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Montag, 19. September 2011

Sch*** Dänisch!

So, also Dänisch kann eigentlich gar nichts dafür und ich hab mich auch schon etwas beruhigt, aber vor ungefähr 15 MInuten war ich richtig sauer, so richtig!
Es geht um meinen Dänisch-Kurs. Der wird von der Uni zur Verfügung gestellt und gilt als regulärer Kurs. Es gab Probleme mit der Anmeldung "weil meine email-Adresse so komisch ist". Was für eine Ausrede. Naja, jedenfalls hab ich deswegen erst heute erfahren, wann mein Kurs stattfindet.

An dieser Stelle muss man wissen, dass Dänisch ohnehin schon unser (Jack und mein) Zusammenleben bestimmt, da wir uns Dienstag und Donnerstag praktisch gar nicht sehen, weil er den ganzen (wirklich den ganzen(!)) Abend dänisch hat.
Mein bevorzugter Kurs wäre Montag und Mittwoch Nachmittag gewesen, also kein Problem.

Der Kurs den ich jetzt bekommen habe, hat sich aber auf Abend verschoben - richtig den ganzen Abend!! Würde also bedeuten: Jack und ich sehen und erst am Freitag wieder und das jede Woche. Da kann ich ja gleich in Wien bleiben! GGGGGGGGGRRRRRRRRRRR!

*einatmen
*ausatmen

*einatmen
*ausatmen
*Ausnahmezustand ausrufen!

So wird das nicht funktionieren. Man braucht keine DAF (Deutsch als Fremdsprache) Kurse auf der Uni besucht haben um sich denken zu können, dass man Sprachen viel besser lernt, wenn sie positiv besetzt sind.

Bsp 1: Susi verliebt sich unsterblich in die Italienerin Claudia, um ihre Geliebte und deren Familie zu beindrucken besucht sie einen Italienisch-Kurs -> voll motiviert!
Bsp 2: Albert kommt aus einem Krisengebiet und sucht in einem völlig fremden Land Schutz (zb Österreich). Österreich sagt: "Wenn du nicht sofort Deutsch lernst (zwischen den Zeilen: Du hättest bereits in deinem Land einen Deutsch-Kurs besuchen müssen, hätte halt was gekostet, aber so siehts schlecht für dich aus), also in Kürze besser Deutsch sprichst als unsere Finanzministerin Englisch, kannst du gleich wieder nachhause fahren (dort droht Albert zB die Verbrennung, ausgeführt von der eigenen Familie, weil Albert schwul ist und daher eine Schande). -> Deutsch wird mit Todesängsten verbunden

Verzeiht die drastischen Beispiele.

Wenn ich nun jede Woche total sauer und angep**** im Dänischkurs sitze, wird das auch wenig helfen.

Mein Plan:
Schließlich bin ich in Dänemark. Sobald man eine dänische Sozialversicherungsnummer hat (hab ich, weil ich länger als 3 Monate hier bleibe), hat man das Recht auf 3 Jahre Dänisch-Unterricht. Und zwar richtig guten, richtig guten [sic] und zwar völlig gratis. Wenn man sich hier bei der Gemeinde meldet wird man darüber informiert. Die Unterlagen sind auch alle gratis und damit Verbunden sind auch die staatlich anerkannten Dänisch-Zertifikate (ca. 3 Stück), deren Prüfungen natürlich auch etwas kosten (das CambridgeEnglish-Certificate kostet zB um die 200 € pro Prüfung), aber ebenfalls inkludiert sind.

Also: Heute noch dort vorbeischauen. Anmelden. Und Dänemark genießen. Naja und davor noch ein paar mal kräftig aus- und einatmen um den Schreck zu verdauen.

Mittwoch, 31. August 2011

Das dänische Zahlensystem

Wer glaubt Französisch hätte ein unmögliches Zahlensystem, sollte sich mal das dänische zu Gemüte führen. Es kann zumindest mithalten mit "vier zwanzig zehn" (franz. für 90).
Es scheint sich hier alles auf ein altes Zahlensystem zu stützen, das sich an Zwanzigerschritten orientiert haben muss (sobald ich etwas wissenschaftlichere Informationen darüber bekomme, werde ich sie posten). Bis 40 scheint alles noch in gewohnten Bahnen zu verlaufen (abgesehen von der etwas verrückten Orthographie/Aussprache):
10, 20, 30, 40 heißen ti, tyve, tredive und fire

Anstelle von eigenen den Ziffern entlehnten Zehnerbezeichnungen bedient sich der Däne von 50 bis 100 der Einteilung in Zwanzigerschritte, ohne dies wirklich deutlich zu machen:
60 heißt sowas wie "dreimal" - tres (nicht zu verwechseln mit tredive, das 30 heißt)
80 sowas wie "viermal" - firs (nicht zu verwechseln mit fyrre - 40)
100 würde theoretisch etwas mit fünfmal heißen, nämlich fems, heißt aber et hundrede, also hundert.

Das ist wichtig zu wissen, weil 90 nämlich "halb-fünfmal-zwanzig" heißt, wobei halb nicht wirklich "halb" bedeutet (sonst wäre es ja 50 (5 x 20 durch 2)), sondern eher "fast":
90 heißt demnach "halb-fünfmal": halvfems

50 und 70 heißen ebenso "fast-dreimalzwanzig" und "fast-viermalzwanzig" wobei das "fast" durch "halb" und das "zwanzig" einfach weggelassen wird:
50: halb-dreimal: halvtreds
70: halb-viermal: halvfjerds

Das muss man jetzt nicht wirklich genau mitverfolgt haben, das Ergebnis ist jedoch, dass es in den Zahlen bis 100 zum Beispiel 4 verschiedene Wörter für 4 gibt, die alle ähnlich klingen, aber entweder 4, 40, 70 oder 80 bedeuten. Das kann in der Sprachpraxis schon mal zu etwas längeren Nachdenkpausen an der Supermarktkassa führen, oder man gibt sich vom dänischen Zahlensystem geschlagen und wirft einen zerknirschten Blick auf die elektronische Anzeige.

PS: Einmal hab ich es schon geschafft, die Kassadame ohne Schummeln zu verstehen. Es waren genau 74 Kronen, also vier und fast viermal zwanzig! Yeah!

Den danske Sprog I

Über die dänische Sprache werde ich wohl noch öfter berichten, aber vorerst mal ein kleiner Einblick in die verrückte Welt der dänischen Aussprache:

Versucht mal die Wörter links mit der richtigen Aussprache (rechts) zu verbinden!

tredive (30)                                                                         tralwe
syv (7)                                                                                 schü
ledig (unbesetzt)                                                                 laji
Her er toget. (Hier ist der Zug.)                                          Heea toul.
fødselsdag (Geburtstag)                                                      fösselsde
Hvad vill du sige? (Was willst/wirst du sagen?)                 Wall well du si-e?
Hvad ved du, Tina? (Was weißt du, Tina?)                         Wall well du, Tine?

Gesprochen klingt das noch viel unausseinanderhaltbarer! Vielleicht kann ich hier ein ander mal ein paar Hörproben online stellen.

In A Xenophobe's Guide to the Danes (Danke an Franzi und Anna für das Buch!!) schreiben die Autoren über das Dänische, dass es darin Vokale gibt, "which require the speaker to make noises that would be inadmissible in polite society in any other civilised country (die vom Sprecher verlangen, Geräusche zu machen, die in höflicher Gesellschaft in jedem anderen zivilisierten Land als inakzeptabel gelten würden.)" (S. 87)

Trotz dieser nicht ganz falschen Aussage mag ich Dänisch. Auch wenn es dank der genuschelten Aussprache so häufig zu Missverständnissen kommen muss, dass Jack und ich uns sicher sind, dass Dänen untereinander (wenn sonst niemand zuhört) eigentlich Englisch sprechen. 

Kærlig hilsen
hansluft


ps: Ich freu mich schon auf den Dänisch-Unterricht! Das wird ein einziger Zungenbrecher.
pps: Die Auflösung für die Aufgabe: Richtig erkannt, steht eh immer die richtige Aussprache in der richtigen Zeile.